NLA: Wigoltingen ist Schweizermeister 2018 (#3)

Erstellt am Sonntag, 09. September 2018

Viele haben Wigoltingen als Titelfavoriten Nummer eins gehandelt. Dieser Favoritenrolle wurden die Männer des STV Wigoltingen am vergangenen Wochenende gerecht. Sie feierten den dritten Schweizermeistertitel in Folge. Nur gerade einen Satz gab das Team von Trainer Raphael Michel am Finalwochenende in zwei Partien ab und dominierte fast schon nach Belieben.

Steigerungslauf im Halbfinale

Auf dem Papier war der erste der beiden Halbfinals eine klare Sache. Wigoltingen trat als Qualifikationssieger gegen Aussenseiter Elgg-Ettenhausen an. Doch der Start misslang dem Titelverteidiger komplett. Die Faustballgemeinschaft Elgg-Ettenhausen spielte frech auf und konnte vor allem die Services von Wigoltingen ein ums andere Mal erfolgreich entschärfen. Zudem verstärkte sich EE in diesem Jahr mit dem brasilianischen Nationalspieler Rodrigo Sprandel im Angriff. Dieser konnte im ersten Durchgang immer wieder gut in Szene gesetzt werden und dementsprechend punkten. Mit einem deutlichen 11:6 ging EE 1:0 in Führung. Trotz Rückstand wechselten die Wigoltinger relativ gelassen das erste Mal die Seite. Sie waren sich nämlich bewusst, wo sie sich steigern mussten. Mehr Druck am Service und konstanter im Aufbau. Und diese Reaktion kam. Der Favorit übernahm nun das Zepter. Angeführt von Nati-Captain Ueli Rebsamen kam Wigoltingen nun richtig in Fahrt. Zudem unterliefen dem Herausforderer immer mehr Eigenfehler. Mit 11:6 im 2. Satz gelang Wigoltingen der erwartete Ausgleich. Es war nicht der beste Faustball vom Titelverteidiger, dennoch bestimmte er das Spielgeschehen. Auch ein Spielerwechsel auf Seiten der Faustballgemeinschaft brachte sie nicht zurück auf die Erfolgsspur. Wigoltingen drehte dank eines 11:7 im dritten Spielabschnitt den Spiess um und ging seinerseits erstmals in Führung. Der Bann war nun gebrochen und der Titelverteidiger dominierte die Partie. Zu unsicher und schon fast lustlos agierte Elgg-Ettenhausen, was Wigoltingen eiskalt auszunutzen wusste. Mit dem klarsten aller Satzergebnisse im 4. Satz (11:3) baute Wigoltingen seine Führung zum 3:1 aus. Dies ermöglichte Michel nun auch einen Wechsel in der Defensive. Für Dünner kam Flückiger ins Spiel. Flückiger fügte sich dank eines herrlichen Zuspiels auf Rebsamen erfolgreich ins Team ein. Elgg-Ettenhausen probierte es nochmals mit der Starting Five. EE lag beim Stand von 4:3 noch vorne, ehe Wigoltingen dank einer 4-Punkteserie das Blatt erneut wenden konnte. Von da an liess sich der Titelverteidiger aber nicht mehr aus dem Konzept bringen und zog schliesslich zu einem klaren 4:1 durch. Für die Thurgauer war es die vierte Finalteilnahme in Serie.

Neuauflage gegen Widnau

Im Finale der diesjährigen Schweizermeisterschaft traf Wigoltingen wie im Vorjahr auf Widnau. Die Vorzeichen deuteten auf ein spannendes und knappes Finale hin. Widnau hatte in der Qualifikation zweimal nur sehr knapp das Nachsehen. Zudem hatten sie im Halbfinal am Vortag mit Diepoldsau einen der 3 Titelfavoriten ausschalten können. Vor rund 500 Zuschauern, einer perfekt präparierten Arena und strahlendem Sonnenschein konnten die Bedingungen für ein Finale kaum besser sein. Den besseren Start in die Partie erwischte Wigoltingen. Immer wieder konnten sie die scharfen Angriffsbälle von Widnaus Angreifer Jan Meier gekonnt entschärfen und ihrerseits in der Offensive erfolgreich punkten. Zudem unterlief Widnau der eine oder andere Eigenfehler, was Wigoltingen schliesslich 5 Satzbälle brachte. Der Titelverteidiger entschied wenig später den ersten Durchgang mit 11:7 für sich und ging 1:0 in Führung. Auch im zweiten Spielabschnitt konnte Wigoltingen auf eine äusserst starke Defensive mit dem Trio Iseli, Berger und Dünner zählen. Schnell führten sie mit 4:0, was Widnau zu einem frühen Time Out zwang. Dieses schien seine Wirkung zu zeigen, denn die Rheintaler punkteten 3-mal in Serie. Doch dann war es Wigoltingen, welches das Spiel wieder an sich riss. Rebsamen agierte im Angriff wie gewohnt mit sehr viel Druck und Cleverness. Die Thurgauer zogen wieder davon, 8:3. Es passte praktisch alles zusammen und der Titelverteidiger zeigte Faustball auf sehr hohem Niveau. Widnau probierte alles um in diesem Satz nochmals zurückzukommen. Doch Wigoltingen spielte einfach zu gut und liess nicht locker. Wenig später hatten sie beim Stand von 10:5 wie im ersten Durchgang wieder 5 Satzbälle. Diesmal konnten sie aber dank einem hervorragenden Aufbau gleich den ersten verwerten. Alles lief nun für den amtierenden Schweizermeister. Eine harmonische Truppe aus Wigoltingen mit Ersatzspielern, welche sich schon von Beginn weg nicht auf der «Ersatzbank» halten konnten. Diese feuerten die 5 Männer auf dem Platz lautstark an. Auch wenn sie nicht auf dem Platz die entscheidenden Bälle spielen, sind sie genauso wichtig! Wigoltingen machte da weiter wo es im 2. Durchgang aufgehört hatte und liess Widnau nicht mal den Hauch einer Chance. Schnell führten sie mit 5:2 und verwalteten diesen 3-Punkte Vorsprung bis zum 9:6, ehe sie den Sack zum 11:6 endgültig zumachten. Eine wohl zu hohe Hypothek für Widnau, welches auch nach 3 gespielten Sätzen überhaupt noch nicht im Spiel angekommen war. Wigoltingen agierte einfach zu stark und liess nichts anbrennen. Im vierten Spielabschnitt war es dann aber Widnau, welches zunächst mit 4:3 knapp vorlegen konnte. Doch der Titelverteidiger konterte auf eindrückliche Art und Weise. Mit einer 8-Punkteserie zogen sie sogar zum 11:4 durch und entschieden einen einseitigen Final mit 4:0 für sich. Etwas unerwartet aber überglücklich kam Wigoltingen zu diesem sehr klaren 4:0-Erfolg über Faustball Widnau und krönte sich zum dritten Mal in Folge zum Schweizer Meister. Hinzu kam, dass mit Ueli Rebsamen ein Wigoltinger Spieler zum Most Valuable Player (MVP) gewählt wurde.

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